Ernährung & Fütterung
Futtermenge Hund berechnen: Tabelle nach Gewicht und Alter
Aktualisiert am 23.07.2026 · 6 Min. Lesezeit
Zu viel Futter macht dick, zu wenig unterversorgt – die richtige Menge ist entscheidend für die Gesundheit Ihres Hundes. Doch wie viel gehört wirklich in den Napf? Dieser Ratgeber liefert Ihnen eine praktische Tabelle nach Gewicht und Alter sowie eine einfache Formel zum Selbstrechnen.
Die Faustregel für Trockenfutter
Ein normalgewichtiger, erwachsener Hund benötigt je nach Aktivität etwa 1,5 bis 2,5 Prozent seines Körpergewichts an Trockenfutter pro Tag. Aktive Hunde liegen am oberen Ende, ruhige oder ältere am unteren. Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine erste Orientierung für ein durchschnittliches Trockenfutter (Nassfutter enthält viel Wasser und wird in deutlich größeren Mengen gefüttert).
| Körpergewicht | Welpe (g/Tag) | Erwachsen, normal aktiv (g/Tag) | Senior / ruhig (g/Tag) |
|---|---|---|---|
| 2 kg | 60–80 | 40–55 | 35–45 |
| 5 kg | 120–160 | 80–110 | 70–95 |
| 10 kg | 200–260 | 140–180 | 120–160 |
| 15 kg | 270–350 | 190–240 | 165–210 |
| 20 kg | 340–430 | 240–300 | 210–260 |
| 30 kg | 460–580 | 320–400 | 280–350 |
| 40 kg | 560–700 | 400–500 | 350–430 |
Die Werte sind Richtwerte für ein durchschnittliches Trockenfutter mit rund 350–380 kcal pro 100 g. Der genaue Bedarf variiert je nach Produkt, Rasse und Aktivität. Verbindlich ist immer die Fütterungsempfehlung auf der Packung.
Warum die Packungsangabe entscheidend ist
Jedes Futter hat eine andere Energiedichte. Ein kalorienreiches Futter benötigt weniger Gramm pro Tag als ein kalorienärmeres. Deshalb steht auf jeder Packung eine produktspezifische Fütterungstabelle – nutzen Sie diese als Ausgangspunkt und die Tabelle oben nur zur groben Orientierung. Beim Bosch HPC Adult Lamm & Reis etwa finden Sie eine genaue Grammangabe nach Gewicht direkt auf der Verpackung.
So passen Sie die Menge individuell an
- Startwert wählen: Nehmen Sie den Richtwert für das Idealgewicht Ihres Hundes – nicht für das aktuelle, falls er übergewichtig ist.
- Snacks einrechnen: Leckerlis zählen mit. Sie sollten maximal 10 Prozent der Tagesration ausmachen; ziehen Sie diese Kalorien vom Hauptfutter ab.
- Zwei Wochen beobachten: Kontrollieren Sie Gewicht und Figur. Nimmt der Hund zu, reduzieren Sie um etwa 10 Prozent; nimmt er ab, erhöhen Sie entsprechend.
Der Body-Condition-Check
Die Waage allein sagt wenig – wichtiger ist die Figur:
- Rippen: sollten unter einer dünnen Fettschicht leicht tastbar sein, ohne sichtbar hervorzustehen.
- Taille: von oben betrachtet erkennbar eingezogen hinter den Rippen.
- Bauchlinie: von der Seite nach hinten ansteigend.
Sind die Rippen nur unter dickem Fett zu spüren, ist Ihr Hund zu schwer. Stehen sie deutlich hervor, ist er zu dünn.
Besonderheiten nach Lebensphase
Welpen brauchen relativ zum Gewicht mehr Energie und mehrere Mahlzeiten – Details dazu im Ratgeber Welpenfutter im Vergleich. Ältere Hunde benötigen meist weniger, dafür hochwertiges Protein; mehr dazu unter Seniorfutter für alte Hunde. Tragende oder säugende Hündinnen sowie stark aktive Arbeitshunde haben einen erhöhten Bedarf und sollten individuell gefüttert werden.
Nass- und Mischfütterung
Bei Nassfutter oder Mischfütterung müssen Sie die Anteile zusammenrechnen. Wie das funktioniert und welche Futterart zu Ihrem Hund passt, erklärt unser Vergleich Nassfutter oder Trockenfutter. Passende Futtersorten finden Sie in unserer Übersicht Hundefutter.
Wie viele Mahlzeiten pro Tag?
Erwachsene Hunde werden üblicherweise zweimal täglich gefüttert – morgens und abends. Das hält den Blutzucker stabil und beugt Heißhunger vor. Nur eine Mahlzeit am Tag kann bei großen Rassen das Risiko einer Magendrehung erhöhen, weil größere Portionen den Magen stärker belasten. Welpen benötigen je nach Alter drei bis vier Mahlzeiten. Verteilen Sie die berechnete Tagesmenge einfach gleichmäßig auf die Anzahl der Fütterungen.
Aktivität und Umgebung einrechnen
Die Tabellenwerte gelten für durchschnittlich aktive Hunde bei moderaten Temperaturen. Ein Hund, der täglich stundenlang läuft, im Hundesport aktiv ist oder im Winter viel draußen verbringt, verbrennt mehr Energie und braucht entsprechend mehr. Ein überwiegend ruhiger Wohnungshund oder ein kastrierter Hund – Kastration senkt den Energiebedarf oft um rund 20 Prozent – kommt mit weniger aus. Passen Sie die Menge deshalb nicht nur an das Gewicht, sondern auch an den Lebensstil an und beobachten Sie die Figur über mehrere Wochen.
Häufige Fehler bei der Dosierung
Der häufigste Fehler ist das Füttern nach Gefühl statt nach Waage. Ein gehäufter Messbecher kann leicht 20 bis 30 Prozent mehr enthalten als geplant – über Wochen führt das zu spürbarem Übergewicht. Wiegen Sie die Ration deshalb anfangs mit einer Küchenwaage ab, bis Sie ein sicheres Auge für die Menge haben. Ein zweiter typischer Fehler: Alle Familienmitglieder füttern eigenständig Leckerlis, ohne sich abzustimmen. Legen Sie eine feste Tagesmenge an Snacks fest und portionieren Sie diese morgens in ein Gefäß – ist es leer, gibt es nichts mehr. Und schließlich sollten Sie die Menge bei einer Futterumstellung neu prüfen, denn jedes Produkt hat eine andere Energiedichte.
Abnehmen mit Plan
Ist Ihr Hund bereits zu schwer, reduzieren Sie die Menge nicht abrupt, sondern schrittweise um etwa 10 Prozent und geben Sie ihm Zeit. Ein Gewichtsverlust von rund 1 bis 2 Prozent des Körpergewichts pro Woche gilt als gesund. Ersetzen Sie kalorienreiche Leckerlis durch Gemüsestücke wie Gurke oder Karotte und wiegen Sie einmal wöchentlich zur gleichen Tageszeit. Bleibt der Erfolg trotz konsequenter Reduktion aus, lassen Sie in der Tierarztpraxis die Schilddrüse abklären – eine Unterfunktion kann Übergewicht begünstigen und lässt sich gut behandeln.
Fazit
Die richtige Futtermenge ist keine feste Zahl, sondern das Ergebnis aus Startwert, Beobachtung und Anpassung. Nutzen Sie die Packungsangabe als Basis, kontrollieren Sie regelmäßig die Figur und korrigieren Sie in kleinen Schritten. Bei starkem Über- oder Untergewicht oder plötzlichen Veränderungen lohnt der Gang in die Tierarztpraxis.
Häufige Fragen
Wie viel Trockenfutter braucht mein Hund pro Tag?
Ein normalgewichtiger, erwachsener Hund benötigt je nach Aktivität etwa 1,5 bis 2,5 Prozent seines Körpergewichts an Trockenfutter täglich. Ein 10-kg-Hund liegt so bei rund 140 bis 180 Gramm. Verbindlich ist immer die Fütterungsangabe auf der Packung.
Zählen Leckerlis zur Tagesration dazu?
Ja. Snacks sollten höchstens 10 Prozent der täglichen Kalorien ausmachen. Ziehen Sie diese Menge vom Hauptfutter ab, damit Ihr Hund nicht schleichend zunimmt. Gerade bei viel Training summieren sich Leckerlis schnell.
Rechne ich mit dem aktuellen oder dem Idealgewicht?
Rechnen Sie mit dem Idealgewicht Ihres Hundes, nicht mit dem aktuellen. Bei einem übergewichtigen Hund würden Sie sonst die zu hohe Menge einfach festschreiben. Kontrollieren Sie zusätzlich die Figur über den Body-Condition-Check.