Ernährung & Fütterung
Welpenfutter im Vergleich: Das richtige Futter für Ihren Welpen
Aktualisiert am 23.07.2026 · 6 Min. Lesezeit
Die ersten Lebensmonate legen das Fundament für ein gesundes Hundeleben. In dieser Zeit wächst Ihr Welpe rasant, baut Knochen, Muskeln und ein starkes Immunsystem auf – und all das steht und fällt mit dem richtigen Futter. Dieser Vergleich zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl von Welpenfutter wirklich achten sollten.
Warum Welpen ein Spezialfutter brauchen
Ein Welpe ist kein kleiner erwachsener Hund. Sein Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht liegt deutlich höher, und er benötigt mehr hochwertiges Protein, um Gewebe aufzubauen. Normales Adult-Futter deckt diesen erhöhten Bedarf nicht ab. Welpenfutter (oft als Puppy oder Junior gekennzeichnet) ist entsprechend nährstoffdichter formuliert.
Die wichtigsten Nährstoffe im Überblick
- Protein: Ein guter Richtwert liegt bei etwa 28 bis 32 Prozent im Trockenfutter, idealerweise aus klar benannten tierischen Quellen wie Lamm, Huhn oder Fisch.
- Kalzium und Phosphor: Das Verhältnis sollte ausgewogen sein (etwa 1,2:1). Gerade bei großen Rassen ist zu viel Kalzium schädlich, weil es das Skelettwachstum stören kann.
- DHA (Omega-3-Fettsäure): Unterstützt die Gehirn- und Sehkraftentwicklung.
- Ausgewogene Energie: Genug für gesundes Wachstum, aber nicht so viel, dass der Welpe zu schnell zunimmt.
Große Rasse oder kleine Rasse?
Ein entscheidender Punkt, der oft übersehen wird: Welpen großer Rassen (z. B. Labrador, Schäferhund, Berner Sennenhund) sollten langsam wachsen. Ein zu energiereiches Futter lässt sie zu schnell schwer werden und belastet Gelenke und Knochen. Für sie gibt es spezielles Large-Breed-Welpenfutter mit angepasstem Energie- und Kalziumgehalt. Kleine Rassen dagegen sind mit rund 8 bis 10 Monaten ausgewachsen und dürfen etwas energiereicher gefüttert werden.
Wie oft füttern?
Der Magen eines Welpen ist klein, der Bedarf aber groß. Deshalb wird die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten verteilt:
- Bis 4 Monate: 4 Mahlzeiten pro Tag
- 4 bis 6 Monate: 3 Mahlzeiten pro Tag
- Ab 6 Monaten: 2 Mahlzeiten pro Tag
Wie viel insgesamt in den Napf kommt, richtet sich nach dem zu erwartenden Endgewicht und dem Alter. Eine praktische Orientierung finden Sie in unserem Ratgeber Futtermenge Hund berechnen.
Nass- oder Trockenfutter für Welpen?
Beides ist möglich. Trockenfutter ist praktisch, kalorienreich und gut für die Zähne, Nassfutter punktet mit hohem Feuchtigkeitsgehalt und starker Akzeptanz. Viele Halter kombinieren beides. Wenn Sie unsicher sind, hilft unser Vergleich Nassfutter oder Trockenfutter weiter.
Empfehlung aus unserem Sortiment
Ein solides, gut verträgliches Futter für die Umstellung auf die Adult-Phase ist das Bosch HPC Adult Lamm & Reis – die Lamm-Reis-Rezeptur gilt als besonders magenschonend und eignet sich gut für den Übergang nach dem ersten Lebensjahr. Reagiert Ihr Welpe empfindlich auf Getreide, ist das getreidefreie Green Petfood InsectDog Hypoallergen mit Insektenprotein eine interessante, gut verträgliche Alternative. Achten Sie bei der Wahl immer auf die Altersfreigabe des jeweiligen Produkts und wählen Sie in den ersten Monaten ein ausdrücklich als Welpen- bzw. Junior-Futter deklariertes Produkt.
Futterumstellung: langsam vorgehen
Wenn Sie das Futter wechseln, tun Sie das über 7 bis 10 Tage. Mischen Sie anfangs nur einen kleinen Anteil des neuen Futters unter das gewohnte und erhöhen Sie den Anteil schrittweise. So vermeiden Sie Durchfall und Verdauungsprobleme. Weitere Produkte finden Sie in unserer Übersicht unter Hundefutter.
Häufige Fehler vermeiden
- Zu viele Snacks: Leckerlis sollten maximal 10 Prozent der Tagesration ausmachen.
- Kalziumpräparate ohne Beratung: Ein hochwertiges Alleinfutter deckt den Bedarf bereits – zusätzliche Gaben können schaden.
- Überfütterung: Ein runder Welpe ist nicht gleich ein gesunder Welpe. Rippen sollten fühlbar sein.
Getreide ja oder nein?
Rund um Getreide kursieren viele Halbwahrheiten. Ein gesunder Welpe verträgt gut aufgeschlossenes Getreide wie Reis oder Hafer in der Regel problemlos – es liefert wertvolle Energie und Ballaststoffe. Getreidefreies Futter ist kein Qualitätsmerkmal an sich, sondern nur dann sinnvoll, wenn Ihr Welpe nachweislich empfindlich reagiert. Achten Sie weniger auf Schlagworte auf der Verpackung und mehr auf eine klar deklarierte, hochwertige Zutatenliste mit benannten Fleischquellen an erster Stelle.
Wasser und Verdauung
Ein Welpe braucht jederzeit Zugang zu frischem Wasser, besonders wenn er hauptsächlich Trockenfutter frisst. Weicher Kot oder gelegentlicher Durchfall in den ersten Wochen im neuen Zuhause sind häufig – Stress, Futterumstellung und ungewohnte Keime spielen zusammen. Bleiben die Beschwerden länger als ein bis zwei Tage bestehen, kommt Blut hinzu oder wirkt der Welpe matt, gehört er in die Tierarztpraxis. Junge Hunde können schnell dehydrieren.
Die Rolle der Sozialisierung am Napf
Feste Fütterungszeiten geben Ihrem Welpen Struktur und erleichtern die Stubenreinheit, weil Sie den Verdauungsrhythmus vorhersehen können. Nutzen Sie einen Teil der Tagesration für kleine Trainingseinheiten – so verknüpft Ihr Welpe Futter mit positiven Lernerfahrungen und Sie beugen gleichzeitig Überfütterung durch zu viele Extra-Leckerlis vor. Vermeiden Sie es, direkt vor oder nach dem Fressen wild zu toben, gerade bei großen Rassen wird eine ruhige Pause rund um die Mahlzeit empfohlen. Ein erhöhter oder rutschfest stehender Napf und Ruhe beim Fressen helfen Ihrem Welpen zusätzlich, entspannt und im eigenen Tempo zu fressen.
Mit dem passenden Welpenfutter, festen Fütterungszeiten und Geduld legen Sie den Grundstein für ein langes, gesundes Hundeleben. Im Zweifel lohnt sich ein Gespräch mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt – besonders bei großen Rassen und individuellen Bedürfnissen.
Häufige Fragen
Ab wann darf ein Welpe Adult-Futter fressen?
Kleine Rassen sind mit etwa 8 bis 10 Monaten ausgewachsen, mittlere mit rund 12 Monaten, große erst mit 18 bis 24 Monaten. Erst danach sollten Sie auf Adult-Futter umstellen – und das langsam über 7 bis 10 Tage.
Wie viel sollte ein Welpe pro Tag fressen?
Die Menge hängt vom Alter und dem erwarteten Endgewicht ab und steht auf jeder Futterpackung. Verteilen Sie die Tagesration je nach Alter auf drei bis vier Mahlzeiten und kontrollieren Sie regelmäßig die Figur Ihres Welpen.
Braucht mein Welpe zusätzliche Kalziumpräparate?
In der Regel nicht. Ein hochwertiges Alleinfutter für Welpen ist bereits optimal auf den Kalzium- und Phosphorbedarf abgestimmt. Zusätzliche Gaben können das Knochenwachstum sogar stören und sollten nur nach tierärztlicher Rücksprache erfolgen.